Die Konduktive Förderung nach Petö ist ein ganzheitliches Konzept, das cerebral geschädigte Kinder und Erwachsene fördert. Es setzt sich aus Elementen der Pädagogik, Ergotherapie, Psychologie, Logopädie und Krankengymnastik zusammen. Ziel ist es, die größtmögliche Selbstständigkeit des Patienten zu erreichen. Die Betroffenen lernen, sich nach ihren Möglichkeiten frei zu bewegen, um ihren Alltag so unabhängig wie möglich gestalten zu können. Die Konduktive Förderung wird ausschließlich von Diplom-Konduktoren durchgeführt. Die Methode der Konduktiven Förderung beinhaltet Anteile aus den Bereichen
- Physio- und Ergotherapie
- Pädagogik und Psychologie
- Logopädie
- Bewegungs-, Sprach- und Rhythmusförderung
- Ausbau sozial-emotionaler Fähigkeiten in der Gruppe
- Erreichen von Selbständigkeit im Alltag
Die Konduktive Förderung ist gekennzeichnet durch die Einheit von Pädagogik, Therapie und Alltagsleben. Sie fördert parallel die motorischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten und führt die Fähigkeiten in allen Entwicklungsbereichen in einem komplexen Lernprozess zusammen.
Zielsetzung: Inklusion fördern
Das Ziel der Konduktiven Förderung ist, eine möglichst selbständige, von fremder Hilfe unabhängige Lebensweise zu erreichen, die zur Integration in das gesellschaftliche Leben führen soll. Es geht nicht allein um das Erlernen motorischer Grundfähigkeiten und koordinativer Eigenschaften. Vielmehr ist es Ziel, auch intellektuelle und sozial-emotionale Fähigkeiten auszubilden und eine größtmögliche Selbständigkeit im lebenspraktischen Handeln zu erlangen.
Für wen ist die Konduktive Förderung geeignet?
An der Konduktiven Förderung können sowohl Kinder als auch Erwachsene teilnehmen. Man kann in jedem Lebensalter beginnen. Geeignet ist die Konduktive Förderung für Menschen mit
- cerebralen Bewegungsstörungen (spastische, ataktische, dyskinetische Syndrome)
- Mehrfachbehinderungen
- Querschnittslähmungen (Spina Bifida)
- Wahrnehmungsstörungen
- Hemiplegien nach Apoplex (Erwachsene)
- Zuständen nach Schädel-Hirntraumen
- Multiple Sklerose
- Parkinson
- Nach Schlaganfall
- Entwicklungsstörungen
Konduktive Förderung in Andernach
Das St. Nikolaus-Stiftshospital verfügt über einen jahrzehntelangen breiten Erfahrungsschatz in der Konduktiven Förderung. Wir bieten die ganzheitliche Förderung ganzjährig an, ergänzt durch Intensivtherapie-Blöcke während den Oster-, Sommer- und Herbstferien. In Rheinland-Pfalz sind wir die einzige Einrichtung, die die Konduktive Förderung in dieser Form umsetzt. Unser Angebotsspektrum umfasst:
- Frühförderung (unter 3 Jahre)
- Eltern-Kind-Gruppen - 2 Stunden
- Einzelförderung mit einem Elternteil - 1 Stunde - Kindergartengruppen (3 - 6 Jahre)
- 3 Stunden - Schulkindergruppen (6 - 18 Jahre)
- 3 Stunden - Erwachsenengruppen (ab 18 Jahren)
- jugendliche Erwachsene - 3 Stunden
- Einzelförderung für Erwachsene - 1 - 2 Stunden
Die Konduktive Förderung wird mit wenigen Ausnahmen in Gruppen durchgeführt. Nach Möglichkeit werden dabei Kinder, Jugendliche oder Erwachsene ähnlichen Alters mit unterschiedlichen motorischen Fähigkeiten in einer Gruppe zusammengefasst. So entsteht eine dynamische, aktive Gruppe mit vielfältigen Möglichkeiten zum Austausch und zur Nachahmung untereinander.
Team
Leitung: Szilvia Berendné-Sipos, Diplom-Konduktorin
Lilla Ekes, Diplom-Konduktorin
Szilvia Török, Mitarbeiterin
Kostenübernahme
Die Konduktive Förderung wurde bislang leider nicht in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Somit tragen die Patienten selbst bzw. ihre Eltern die Kosten. Teilweise werden die Kosten der Konduktiven Förderung von Sozialhilfeträgern als Eingliederungshilfe übernommen.
Weiterführende Infos